RAUMgeSCHICHTEN

RAUMgeSCHICHTEN 1723-2014. Eine Gebäudearchäologie
FußgängerInnen-Passagengestaltung von Lena Fasching & Martina Montecuccoli (2012-2014)

Die Bauträger Neue Heimat und ÖVW (Österreichisches Volkswohnungswerk) haben im Herbst 2011 für die neu zu errichtende Wohnhausanlage in der Oberen Donaustraße 15a/17, 1020  Wien, einen Wettbewerb ausgelobt. Studierende der Wiener Kunstschule ab dem dritten Semester waren eingeladen, Entwürfe für einen öffentlich gewidmeten FußgängerInnen-Durchgang in der Wohnanlage einzureichen. 21 Projekte gingen ins Rennen, der realisierte Sieger-Entwurf „RAUMgeSCHICHTEN 1723 bis 2014. Eine Gebäudearchäologie“ stammt von Lena Fasching und Martina Montecuccoli.

Umsetzung: Bodenornament, Wand-Beschriftung, Online-Dokumentation
Nach umfassenden Recherchen in Bezirksmuseum, Archiven und Bibliotheken entstand die Idee, die Bebauungsgeschichte sichtbar zu machen. Ein wesentliches Anliegen war, die Geschichte im Alltag erlebbar zu machen.
Zunächst wurden die Umrisslinien sämtlicher Gebäude in Originalgröße übereinander gelegt. JederUmriss ist farblich individuell gekennzeichnet und maßstabgetreu in den aktuellen Bebauungsplan eingepasst. Der Leopoldstädter Cavallerie-Kaserne wurde eine rote, dem Militärversorgungsetablissement eine gelbe und den Gebäuden der Wiener Stadtwerke eine blaue Linie zugeordnet.

FußgängerInnen, die mehr wissen wollen, finden auf dem Gebäude beim Eingang Obere Donaustraße ein großes Wandbild, dessen Form aus den Grundrissen sämtlicher Gebäude abgeleitet ist. In das Wandbild integriert ist der Hinweis auf die Website www.raumgeschichten.at, die detaillierte Informationen über die Gebäudegeschichte enthält.

Als Material für das Bodenornament wurden Bodenmarkierungsfarben gewählt, wie sie auch im
Straßenverkehr verwendet werden. Das Material nützt sich ab und verschwindet ganz allmählich ― und entspricht somit der Historizität des Projektes. Außerdem sind Bodenmarkierungen im Alltag meist mit allgemein bekannten Inhalten verbunden. Es wird bewusst auf diese Konvention zurück gegriffen, um die Bedeutung des Bodenornaments anzudeuten, die sich erst durch die Wandgrafik und die Informationen auf der Website erschließt.
Passend zum Vokabular der Straße fiel die Entscheidung bei der Wahl der Farben auf Verkehrsrot (RAL 3020), Himmelblau (RAL 5015) und Verkehrsgelb (RAL 1023).
Die farbigen Bodenmarkierungen finden sich in Form von übereinander montierten Grundrissen in einem an der Seitenwand der Tiefgarage angebrachten Wandbild wieder, wodurch der Betrachter einen Bezug zum Bodenornament und umgekehrt zum gesamten Grundstück herstellen kann. DieseGrundrisse sind in drei Ebenen, bestehend aus je 10 mm starken Aluminiumleisten, in den entsprechenden Farben pulverbeschichtet, übereinander montiert.

→ Idee und Konzept
→ Pressetext
→ Jurybewertung
→ www.raumgeschichten.at

Pressestimmen:
→ Die Presse
→ Der Standard